Mittwoch, Dezember 06, 2006

Stutzbockerl - Oberpfälzer Nikolausgebäck


Die Stutzbockerl kommen aus Waldmünchen in der Oberpfalz und keiner weiß, woher dieses leichte Hefegebäck den Namen Stutzbockerl hat.
Dieses traditionelle Gebäck wird nur in den Tagen rund um Nikolaus verkauft.
Der Urgroßvater von Bäckermeister Hans Bücherl hat das Rezept dafür überliefert und was in Nürnberg in der Vorweihnachtszeit der Lebkuchen ist, ist in Waldmünchen das Stutzbockerl.
Die Rezeptur ist geheim, nur soviel ist bekannt: es ist ein einfacher Hefeteig, der mit einem Puderzuckerguß überzogen wird.
Diese "Gebildebrote", wie sie die Heimatforscher nennen, gibt es in 14 verschiedenen Formen wie z.B. Posthörner, Urtiere, Schnecken, Pfeifen oder Schlangen.

Ich dachte mir, ich könnte für den Blog drei verschiedene Stutzbockerl fotografieren, doch als ich nach Hause kam, sah ich, dass mein Süßer heute morgen gut gefrühstückt hat ;-)
An die Schlange hat er sich wohl nicht herangetraut.
Der Bäcker Bücherl aus Waldmünchen gehört übrigens zu der Vereinigung Slow Baking Deutschland, einem Zusammenschluss von 290 Bäckern im deutschsprachigen Raum, die keine chemischen Zusätze verwenden und nichts zukaufen, wie z.B. Fertig-Teiglinge für Semmeln. Wie schade, dass dieser Bäcker zweieinhalb Fahrtstunden von München entfernt ist...

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Dein Nikolaus sieht genauso aus wie der niederländische 'Sinterklaas'! Vom 'Stutzbockerl' hatte ich noch nie gehört; ich finde solche Spezialitäten aber ganz toll. Ich frage mich, warum es gerade diese Formen gibt. Sie stellen keine guten Wünsche oder Geschenke dar. Vielleicht sind sie teil einer Geschichte?
Vuursteentje

Petra hat gesagt…

Sehr interessant, von diesem Gebäck habe ich noch nie was gehört! Schön, dass solche regionalen Spezialitäten noch nicht ganz verschwunden sind.

karine hat gesagt…

Claudia, schoen dass du so ausgefallene, traditionelle Sachen nicht in Vergessenheit geraten laesst! Ich bin nach langer Zeit demnaechst mal wieder in meiner alten Bayrischen Heimat und werde mich auch auf die Suche nach alten Traditionen begeben. Kannst du dir vorstellen wie gross meine Wunschliste fuer lange nicht gehabte Genuesse ist? Gruss von Karine

angelika hat gesagt…

Ich kann mich nur anschließen. Es ist wirklich schön, daß Du immer wieder über Althergebrachtes bloggst. In Österreich ist ein Bockerl ja ein Tannenzapfen, aber was wohl ein Stutzbockerl ist ? Der Name klingt jedenfalls herzig...

Liebe Grüße
angelika

Fussel hat gesagt…

Für ein Buchprojekt brauche ich DRINGEND das Rezept für Oberpfälzer Stutzbockerl. Wer kann mir helfen? Bitte e-mail an mich, mit dem Vermerk, ob der Vor- und Familienname als Rezeptgeber im Buch angegeben werden darf.

Fussel hat gesagt…

Antworten per e-mail an:
300197@gmx.de