Sonntag, November 19, 2006

Mohnkuchen


Neben Vanille und Zimt mag ich als Backzutat Mohn besonders gerne. Eine besonders große Leidenschaft für Mohn haben auch die beiden Fernsehköche Martina Meuth und Bernd Neuner-Duttenhofer, die alle Kochinteressierten bestimmt von ihrer Sendung Servicezeit Essen und Trinken im WDR gut kennen. Dieser Mohnkuchen, den ich nachgebacken habe ist, so schreiben sie, ihr Lieblingskuchen. Kann ich gut verstehen, denn der Mohnkuchen ist schnell zu machen und Mohnoholics wie ich kommen voll auf ihre Kosten.
Statt der angegebenen 200g Mohn im Originalrezept habe ich eine Packung Mohnback verwendet. Aber ich gelobe Besserung. Das nächste Mal werde ich ich mir frisch gequetschten Mohn vom Viktualienmarkt besorgen. Ein Gewürzehändler hat mir erklärt, dass der Mohn eben nicht gemahlen, sondern gequetscht werden müsse. Und so ganz nebenbei sei er übrigens im Besitz solch einer alten Mohnquetsche ;-)
Ich bin auf jeden Fall neugierig, den Unterschied mal zu testen. Mich interessiert, wie verarbeitet Ihr da draußen eigentlich Euren Mohn? Mahlen, quetschen oder Mohnback?

========== REZKONV-Rezept - RezkonvSuite v1.2

Titel: Mohnkuchen
Kategorien: Kuchen, Mohn
Menge: 12 Stücke

200 Gramm Weiche Butter
5 Eigelbe
50 Gramm Puderzucker
1 Essl. Rum
1 Essl. Orangenlikör
1/2 Zitrone; die abgeriebene Schale
200 Gramm Mandeln
1 Pack. Mohnback (200g Mohn)
5 Eiweiß
130 Gramm Zucker

============================ QUELLE ============================
nach Der grosse Meuth Neuner Duttenhofer, Collection Rolf
Heyne, München 2004
-- Erfasst *RK* 19.11.2006 von
-- Claudia

Buter, Eigelb und Puderzucker verrühren, bis eine dicke Creme
entsteht. Dann Rum, Orangenlikör und Zitronenschale zufügen und
weiterrühren, bis die Creme steif ist und glänzt. Anschließend Mohn
und Nüsse hinzufügen und zuletzt das mit Zucker steifgeschlagene
Eiweiß unterziehen. Bei 170 Grad im vorgeheizten Backofen ca. 60
Minuten backen (Stäbchenprobe!) Evtl. mit Puderzucker bestäuben oder mit einem Schokoladenguss überziehen.

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Kommentare:

zorra hat gesagt…

Sieht lecker aus! Was ist Mohnback?

Dolce hat gesagt…

Hallo Zorra,
Mohnback ist eine fertige Mohnfüllung aus gemahlenem Blaumohn und weiteren Zutaten wie Zucker, Wasser, Stärke etc. (gibt's im Beutel als Mohnback oder Mohnfix). Diese Füllung kann dann sofort verwendet und evtl. noch mit gehackten Mandeln, Zitronat, Rosinen, Butter und Ei verfeinert werden, um z.B. eine Fülle für einen Mohnzopf herzustellen.

Ulrike aka ostwestwind hat gesagt…

Igitt, Mohnback kommt mir nicht ins Haus, mit Säuerungsmittel, künstlichen Aromen und Verdickungsmittel. Mohn mahle ich mit meinem Aufsatz für die Kitchen Aid und mach das Mohn-Fix-und-Foxi selber. Ist viel lockerer als das gekaufte wie z.b. in diesem Mohnkuchen à la Café Ual Skinne

Dolce hat gesagt…

@Ulrike:
Dein Mohnkuchen à la Café Ual Skinne sieht wirklich großartig aus! Danke auch für Dein "Mohnback"-Rezept! Ich überlege derzeit, ob ich mir eine Kitchen Aid zulegen soll.

angelika hat gesagt…

Hallo Claudia, als großer Meuth/Duttenhofer Fan habe ich diesen Kuchen auch schon mehrfach nachgebacken. Super ! Einmal allerdings wollte ich ihn als Gugelhupf backen und durch die fehlende "Mehl-Stütze" ließ er sich klarerweise nicht stürzen und ist zerbrochen. Dann gab's ein fancy Mohn-tira mi su (siehe Blog, September 2005).

Hier in Wien gibt es (neben Backmischungen) fertig gemahlenen reinen Mohn im verschweißten Beutel zu kaufen, ohne Zusätze. Oder Mohn ungemahlen, wobei es sehr oft in den Kassenbereichen der Supermärkte eigene Mühlen (wie auch Kaffeemühlen) zum Selberreiben gibt. Also das mit dem Quetschen ist mir neu.... Im Österreich-Buch der Autoren gibt es übrigens auch noch einige super Mohnrezepte (aus dem Waldviertel, wo Graumohn angebaut wird). Soweit, ganz kurz ;-), zum wunderbaren Thema Mohn....

Liebe Grüße nach München !

Anonym hat gesagt…

Hallo Claudia,
ich habe eine Getreidemühle als Aufsatz für meine Bosch Küchenmaschine und mahle mit der auch den Mohn, das geht ganz gut. In der Anleitung zu der Getreidemühle stand, dass man den Mohn vorher tiefkühlen kann, weil sich die Mühle (Stahlmahlwerk) beim Mahlen erhitzt und es bei grossen Mengen Mohn sonst "batzig" werden kann. Wenn man nach dem Mohn noch ein paar Getreidekörner durchlässt, ist die Mühle auch schnell wieder sauber. Mohn pur ist um einiges günstiger als Mohnback, wo man den Zucker teuer mit einkauft ...

Grüsse von Christine

Dolce hat gesagt…

@Angelika:
die Meuth/Duttenhofers haben auf ihrer Seite beim WDR auch ein Rezept für Mohnkipferl, das ich für Weihnachten gerne ausprobieren möchte. Die beiden habe ich vor ca. 2 Wochen übrigens zufällig bei einem Bummel auf dem Viktualienmarkt gesehen.
In Österreich habt Ihr ja sogar ein "Mohndorf", also solltet Ihr ja alles über Mohnverarbeitung wissen...den gemahlenen Mohn habe ich kürzlich auch entdeckt, der Gewürzehändler riet davon auch ab, da der Mohn - einmal gemahlen- seine Frische verliert. Aber ich werd's trotzdem ausprobieren.
Das mit dem Quetschen werd' ich nochmal genauer eroieren.

@Christine:
danke für die Tipps! Ich plane, mir eine Küchenmaschine zu kaufen und das mit dem gefrorenen Mohn in der Getreidemühle klingt gut und leuchtet ein. Die Verarbeitung in der Getreidemühle würde dem Quetschen, von dem der Händler sprach, auch am nächsten kommen.

karine hat gesagt…

kann deine seite wieder sehen, schoene sachen hast du gekocht und gebacken. mh, Mohn ist super, leider hier nicht erhaeltlich. die besten und meisten und leckersten gerichte mit mohn habe ich in Ungarn gegessen, wirklich der mohnhimmel.

Claudia hat gesagt…

Der Kuchen sieht für einen Mohn-Fan wie mich sehr verlockend aus. Ich quetsche Mohn mit meinem Getreideflocker. Geht prima, allerdings dringt der Mohn in jede Ritze des Geräts ein, so dass man einige Hafekörner gleich danach mahlen sollte. Aber wie Ulrike schon sagte: Mohnback ist ihbäh. Deshalb mahle bzw. quetsche ich selber. Wahlweise gibts im Reformhaus auch gemahlenen Graumohn fertig verpackt. Auch 'ne Alternative.

Anonym hat gesagt…

Servus Miteinander,
ich "sterbe" für alle leckeren Rezepte mit Mohn (da kommen wohl meine österreichischen Wurzeln durch, die sich auch noch in der 3. Generation im Rheinland bemerkbar machen *gg*). Allerdings rate ich dringendst ab von dem Mohn-Gepansche wie Mohnback u.ä. von Dr.O... es ist so einfach selber die Mohnfülle herzustellen. Momentan bin ich recht verunsichert welcher Mohn richtig und qualitativ hochwertig ist (Opiatgehalte). Jedoch habe ich mehreren Publikationen entnommen, dass der Graumohn eine opiatarme Sorte sei. Kennengelernt habe ich diese in Deutschland nicht oder kaum verbreitete Sorte - neben dem Weißmohn (hatte ich noch nie zuvor gehört) - auf einer Agrarmesse in Oberösterreich im Sommer 2006. Selbstverständlich habe ich mich entsprechend eingedeckt und etwas Weißmohn zum Backen ist noch im Froster (die nette Dame am Verkaufsstand versicherte, dass gemahlener/gequetschter Mohn sich im Gefrier einige Monate hält). Nun liebäugle ich intensivst mit der Anschaffung einer Mohnmühle/Mohnquetsche, denn dies soll ja scheinbar die geeignetste Methode sein den Mohn schonend zu mahlen (eh klar, jede Kaffeemühle & Co. laufen ja zu heiß).
Dieses Kuchenrezept hier klingt wirklich verlockend, vielleicht werde ich es in Kürze auch einmal ausprobieren.